Einfache Stromspartipps, die Sie sofort umsetzen können

Verfasst von EBERwerk

02.02.2023

Vor dem Hintergrund steigender Strompreise, lassen sich die Stromkosten am effektivsten über Stromeinsparungen senken. Wir möchten Ihnen einige Tipps an die Hand geben, die Sie einfach und ohne große Investitionen umsetzen können.

Im Allgemeinen sollte bei allen Haushaltsgeräten, die es seitens der Nutzung erlauben, der Standby-Modus vermieden und mithilfe von Steckerleisten komplett ausgeschaltet werden.

Wo wird zu Hause am meisten Strom verbraucht?

Informationstechnik

Im durchschnittlichen Haushalt sind Geräte der Informationstechnik mit 27% Anteil am gesamten Stromverbrauch die größten Verbraucher.

Neben der Vermeidung vom Standby-Modus, kann z.B. der W-Lan-Router am späten Abend oder Nachts abgeschalten werden. Wenn Sie im Home-Office sind und gerade nicht aktiv am Computer arbeiten, können Sie ihn in Ruhezustand versetzen anstelle vom Bildschirmschoner. Überprüfen Sie auch die Helligkeitseinstellungen bei Fernseher, Computer und Smartphone. Häufig sind die Geräte von Herstellerseite zu hell eingestellt und das verbraucht unnötig Strom. Wenn Sie Ihr Smartphone z.B. Nachts nicht benötigen, schalten Sie es in den Flugmodus oder komplett aus. W-Lan, Bluetooth, Sprachfunktion, mobile Daten, laufende Apps verbrauchen dann unnötig Strom und verkürzen die Akkulaufzeit.

Ein weiterer Tipp: Das Ladekabel für Smartphone oder Laptop nach dem Ladevorgang von der Steckdose ziehen. Denn das Ladekabel verbraucht sonst auch ohne zu laden Strom.

Waschmaschine

Bei der Nutzung der Waschmaschine sollten Sie in erster Linie darauf achten, dass die Maschine komplett beladen ist. Eine weitere gute Möglichkeit bei der Waschmaschine Strom zu sparen, ist der Eco-Waschgang, bei dem das Wasser nicht so heiß erhitzt wird.

Wenn Sie einen Waschgang wählen, bei dem die Wäsche mit z.B. 1400 anstelle von 1000 U/min geschleudert wird, sparen Sie anschließend beim trocknen bares Geld. Bei neueren Geräten gibt es auch beim Trockner einen Eco-Modus, bei dem die Wäsche energieeffizient getrocknet wird. Zudem sollten Sie nach jedem Trockenvorgang das Flusensieb reinigen, da ein verstopftes Sieb die Trockenzeit verlängert und damit auch den Stromverbrauch steigert. Die beste Möglichkeit beim trocknen Strom zu sparen ist natürlich den Trockner garnicht erst zu verwenden, sondern z.B. in Sommermonaten die Wäsche aufgehängt in der Sonne trocknen zu lassen.

Licht

Auf die Beleuchtung entfallen ca. 13 % des jährlichen Stromverbrauchs. Auch bei der Beleuchtung lässt sich am einfachsten Strom sparen, wenn sie so wenig wie möglich eingeschalten werden bzw. beim Verlassen eines Raumes wieder ausgeschaltet werden. Des Weiteren lässt sich durch einen Umstieg von herkömmlichen Glühbirnen oder Halogenleuchten auf energieeffiziente LED-Lampen bares Geld sparen. Zwar ist hier eine Investition in die neuen LED-Leuchtmittel notwendig, aber mit nur ca. 10-15 % Stromverbrauch gegenüber einer herkömmlichen Glühbirne sind diese Investitionskosten schnell wieder amortisiert. Zudem haben LED-Leuchtmittel eine deutlich längere Lebenszeit als herkömmliche Glühbirnen, weshalb sich der Umstieg doppelt lohnt.

Wenn Sie einen Umstieg planen, machen Sie sich im Vorfeld Gedanken wo die Leuchtmittel ausgetauscht werden sollen, damit Sie sich im Fachhandel oder Baumarkt optimal beraten lassen können (Gewinde-/Sockeltyp, Helligkeit, Lichtfarbe etc.).

Kühlgeräte

Ein effektiver Weg bei den Kühlgeräten Strom zu sparen ist es, die Temperatur um 1 Grad zu erhöhen. In den meisten Haushalten ist der Kühlschrank zu kalt eingestellt. Die empfohlene Temperatur beträgt 7 Grad, damit die Lebensmittel frisch bleiben. Dabei sollten Sie auch darauf achten, dass Sie den Kühlschrank richtig einräumen, da es unterschiedliche Temperaturzonen gibt. So herrscht in den unteren Gemüsefächern eine Temperatur von ca. 10-13 Grad. Direkt darüber sollten schnell verderbliche Waren wir Fleisch, Wurst oder Fisch aufbewahrt werden, da es hier mit 4-5 Grad am kältesten ist.

Auch wenn es eine lässtige Arbeit ist, sollte der Gefrierschrak regelmäßig abgetaut werden. Denn eine 1cm dicke Eisschicht verdoppelt den Stromverbrauch Ihres Gefrierschranks.

Kochen

Es klingt einfach, wird aber dennoch häufig nicht gemacht: Beim Kochen unbedingt den Deckel für den Topf nutzen. Ohne Deckel kann die Hitze schneller entweichen und somit steigt auch der Stromverbrauch. Zudem sollten Sie die Größe des Topfes immer an die Inhaltsmenge anpassen und auch die passende Größe des Kochfeldes verwenden, der Topf sollte also die gesamte Fläche des Kochfeldes überdecken. Ein Wasserkocher verbraucht übrigens deutlich weniger Strom als die Herdplatte, daher ist es effizienter, wenn Sie kochendes Wasser benötigen, es erst im Wasserkocher zu erhitzen und dann in den Topf schütten.

Beim Backen können Sie Strom sparen indem Sie, soweit es das Rezept erlaubt, anstelle von Ober- und Unterhitze mit der Umluftfunktion backen. Bei dieser Funktion verteilt ein Ventilator die heiße Luft gleichmäßig und somit kann eine geringere Temperatur verwendet werden. Ein weiterer Vorteil der Umluftfunktion: Sie können gleichzeitig mehrere Bleche verwenden. Während der Backofen heizt, sollte er so selten wie möglich geöffnet werden. Durch das Öffnen der Bachofentür kann die Hitze entweichen und der Backofen muss wieder auf die gewünschte Temperatur aufheizen.

Für das Kochen und Backen gilt gleichermaßen: Nutzen Sie die Restwärme. Wenn Sie merken, dass die Speisen bald fertig sind, können Sie den Herd bereits ausschalten und die vorhandene Wärme im Topf oder Herd zum durchziehen nutzen.

Spülen

Um den Stromverbrauch Ihrer Spülmaschine möglichst gering zu halten, sollten Sie auch hier das Umwel-, Eco- oder Intelligent-Programm wählen. Diese Programme dauern zwar etwas länger, heizen das Wasser aber nur auf ca. 50 Grad anstelle von 65 oder sogar 70 auf.

Dennoch sollten Sie ungefähr einmal im Monat die Spülmaschine in einem heißeren Programm laufen lassen, damit das bei dem Sparprogramm aufgrund der geringeren Hitze nicht vollständig abgetragene Fett komplett entfernt wird. Eine saubere Spülmaschine verbraucht nämlich weniger Strom und Sie beugen einem technischen Defekt vor.

Und darüber hinaus?

Wenn Sie noch mehr Strom sparen möchten und auch bereit sind zu investieren, können Sie darüber nachdenken ineffiziente Geräte im Haushalt durch neue auszutauschen. Am einfachsten identifizieren Sie Stromfresser mit einem Strommessgerät. Das Strommessgerät stecken Sie zwischen Steckdose und zu testendem Gerät, sodass der durchfließende Strom beim einschalten des Verbrauchers gemessen wird. Die Strommessgeräte zeigen Ihnen dann auf dem Display den Energieverbrauch in Watt, kWh und Ampere an. Bei manchen Strommessgeräten können Sie auch Ihren aktuellen Strompreis eingeben und damit zeigt Ihnen das Gerät auch die Energiekosten an. Für eine detaillierte Analyse lassen sich die ermittelten Werte auch auf den Computer oder Smartphone übertragen. Damit Sie realisitische Werte zu den Energiekosten erhalten, sollte das Strommessgerät ca. 1 Woche an allen Verbrauchern angeschlossen bleiben, denn dann bilden die Werte Ihr tatsächliches Verhalten ab.

Anhand der ermittelten Werte können Sie nun einen Vergleich mit neuen Geräten und deren Verbrauch machen. Auf Neugeräten muss nämlich der Stromverbrauch gesetzlich vorgeschrieben angegeben werden. Ein Beispiel: Wenn sich aus Ihrer Strommessung ergibt, dass Ihr 15 Jahre alter Kühlschrank 600 kWh im Jahr verbraucht und ein neuer laut Herstelllerangabe nur 150 kWh lohnt sich der Umstieg aus der Sicht des Stromsparens sehr sicher und auch die Investition hat sich nach wenigen Jahren amortisiert. 

Bei Neuanschaffungen von Geräten bietet auch das neu eingeführte EU-Energielabel eine gute Orientierung hinsichtlich des zu erwartenden Stromverbrauchs. Das EU-Energielabel muss verpflichtend auf neuen Geräten von Herstellerseite angebracht werden. Bisher umfasst es die Produkte Leuchtmittel, Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen und Trockner und Elektronische Displays inkl. Fernsehgeräte. Weitere Produktgruppen folgen nach und nach. Bis 2030 sollen alle Produktgruppen auf das neue EU-Energielabel umgestellt sein.

Das neue EU-Energielabel ersetzt die bisherige Energieeffizienzangabe, die von A+++ bis D reichte, wobei A+++ die höchste Energieeffizienz darstellte. Die Systematik ist ungefähr gleichgeblieben. So reicht die neue Einteilung von A bis G und die zu erfüllenden Parameter für die jeweiligen Klassen wurden von der EU deutlich nach oben geschraubt. Somit lassen sich die Werte wieder besser vergleichen, da es bei der alten Einteilung in machen Produktgruppen aufgrund technischer Innovationen nur noch Geräte in der höchsten Energieeffizienzklasse A+++ gab. Gerät die z.B. in der alten Einteilung die Stufe A+++ erreicht haben, werden in der neuen Systematik in C eingestuft. Somit hat die EU in der neuen Klassifizierung die oberen Einteilungen für neue technologische Fortschritte freigelassen.

Sie möchten noch mehr tun?

Wenn Ihnen die Stromeinsparungen durch das Anpassen Ihres Verbrauchsverhaltens und den Austausch ineffizienter Altgeräte nicht ausreichen und Sie auch bereit sind etwas mehr Arbeit und Geld zu investieren, gibt es eine Reihe weiterer Möglichkeiten. Diese Optionen sind meist mit baulichen Maßnahmen verbunden und richten sich stark nach Ihren individuellen Gegebenheiten vor Ort. Deshalb sollten Sie sich im Vorfeld umfassend von Fachkräften beraten lassen. In diesem Zusammenhang möchten wir Ihnen das Beratungsangebot der Energieagentur Ebersberg-München empfehlen: https://www.energieagentur-ebe-m.de/Privatpersonen/Energieberatung.

Für Eigenheimbesitzer ist eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) auf dem eigenen Hausdach der Königsweg. Den aus Sonenkraft produzierten Strom können Sie dann selber verbrauchen, in einem eigenen Batteriespeicher speichern, wenn der produzierte Strom zur Gestehungszeit nicht verbraucht werden kann, oder Sie speisen den produzierten Strom direkt ins Stromnetz ein und verdienen mit Ihrem Strom Geld. Wir errichten jährlich ca. 100 Photovoltaik-Anlagen in unterschiedlichen Dimensionen und Aufbaukonstellationen. Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Photovoltaikanlagen und zum Ablauf, vom Beratungstermin bis zum Vertragsabschluss.

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